Altersabhängige Makuladegeneration (AMD)

Definition

Moderne Erkenntnisse über das Krankheitsbild der Altersabhängigen Makuladegeneration haben zur Entwicklung von Strategien zur Früherkennung und erfolgreichen Behandlung dieser Erkrankung beigetragen. Dies gewinnt in Anbetracht der künftigen Altersentwicklung unserer Gesellschaft zunehmend an Bedeutung. Bei der AMD kommt es im Laufe vieler Jahre zur Schädigung der Netzhautmitte (Makula). Stoffwechselschlacken lagern sich unter der Netzhaumitte ein und behindern die Funktion der Sinneszellen. Im Verlauf kommt es zum Untergang der Ernährerschicht (Pigmentepithel), in vielen Fällen bilden sich dann Gefäßneubildungen (Neovaskularisationen) aus der Aderhaut (Choroidea). Aus der frühen trockenen Form der AMD entwickelt sich dann die feuchte Form der AMD. Durch Flüßigkeitsaustritt, Blutungen und Narbenbildung kommt es vielfach zu einer Zerstörung der Netzhautmitte mit der Folge einer bleibenden Sehminderung. Ziel der Vorsorgeuntersuchung ist das Erkennen von Risikofaktoren und das frühzeitige Sichtbarmachen erster krankhafter Veränderungen. Ergeben sich Hinweise für das Vorliegen einer behandlungsbedürftigen Form der AMD wird eine erweiterte Diagnostik erforderlich. Hierzu zählt in aller Regel die Gefäßdarstellung der Netzhaut (Fluoreszeinangiographie) sowie die Messung der Netzhautdicke (Optische Kohärenztomographie OCT). Da die Optische Kohärenz-Tomographie nicht belastend ist, wird Sie heute nach Expertenmeinung auch für die regelmäßige Verlaufskontrolle bei AMD empfohlen. Nach Auswertung der Befunde kann entschieden werden, welche Behandlung in Betracht kommt. Unterstützende Maßnahmen können in der Einnahme von Vitaminen und Spurenelementen bestehen, die das Fortschreiten der Erkrankung günstig beeinflußen können. Bei Vorliegen bestimmter Krankeitsmerkmale besteht die Möglichkeit einer gezielten Behandlung der feuchten Form der AMD. Hierzu gehören heute in erster Linie die Operative Medikamenteneingabe in das Auge (IVOM) mit modernen Medikamenten, die das schädigende Wachstum von Gefäßneubildungen unter der Netzhautmitte beeinflußen können und eine Gefäßabdichtende Wirkung haben sowie im Einzellfall die Laserbehandlung oder die Photodynamische Therapie.

Medikamenteneingabe in das Auge (Intra-Vitreale-Operative-Medikamentengabe IVOM)

Die moderne Behandlung der feuchten Form der Altersbedingten Makuladegeneration durch eine Einspritzung (Injektion) eines Medikamentes in den Glaskörperraum des Auges ermöglicht es uns heute, kleinste Wirkstoffmengen nah an den Wirkort, die Netzhautmitte (Makula), zu bringen. Derzeit sind in Deutschland drei Medikamente mit ähnlichem Wirkmechanismus zur Behandlung am Auge zugelassen (Lucentis®, Eylea® und Macugen®). Als weiterer Wirkstoff kommt Avastin® zur Anwendung. Hierbei sprechen wir von einem „off label use“. Ziel der Behandlung ist die Hemmung von VEGF (Vascular endothelial growth factor), wodurch ein Wachstum schädigender Gefäße unter der Netzhautmitte gehemmt oder rückgängig gemacht werden kann. Bei erfolgreicher Behandlung kann die Sehschärfe erhalten oder verbessert werden. Weitere Medikamente stehen kurz vor der Zulassung für die Behandlung am Auge. Wir werden an dieser Stelle über Neuerungen informieren.

Die Operation

Nach entsprechender Untersuchung, Beratung, Aufklärung und gegebenenfalls Einholen einer Kostenübernahme durch die Krankenkasse wird ein kurzfristiger Operationstermin geplant, um möglichst frühzeitig, vor Eintreten einer weiteren Sehminderung, die Medikamenteneingabe durchführen zu können. Zur Vorbereitung des Eingriffs werden Augentropfen zur Keimverminderung, Pupillenerweiterung und Schmerzausschaltung (Anästhesie) verabreicht. Die Operation findet in unserem Operationssaal unter keimfreien Bedingungen (Asepsis) statt. Die Anforderungen an Ausstattung und Operateur entsprechen gleich hohen Standards wie bei anderen großen Eingriffen wie z.B. der Bauchchirurgie. Der Patient wird auf einem Operationstisch komfortabel gelagert, das zu behandelnde Auge sowie die Umgebung werden mit Desinfektionsmitteln keimfrei gemacht bevor ein steriles Tuch das gesamte Gebiet des Eingriffs schützend abdeckt. Ein kleiner Lidsperrer verhindert, daß der Patient das Auge versehentlich schließt. Mit einer sehr feinen Hohlnadel (Kanüle) wird das Medikament in den Glaskörperraum des Auges eingespritzt. Dieser Eingriff ist wenig belastend und meist völlig schmerzfrei durchführbar. Nachdem Augeninnendruck und Wahrnehmung geprüft wurden schützt ein Salbenverband das Auge. Am Folgetag wird der Patient zur Nachkontrolle eingeladen. Weitere Kontrollen folgen im Laufe der nächsten Wochen nach dem Eingriff.